Sonntag, 12. Juli 2009

"Manisch" von Ruth Newman

Schon der dritte Mord erschüttert das Ariel College in Cambridge. Wieder ist es eine junge, erfolgreiche Studentin, die brutal umgebracht und verstümmelt wurde. Diesmal scheint es als gäbe es eine Zeugin: Die Studentin Olivia liegt blutgetränkt neben dem Opfer. Doch Olivia spricht nicht. Sie ist komplett manisch.

Nach und nach rollen ein Detective und ein Psychologe die Geschehnisse auf. Mit vielen Zeitsprüngen wird auf den ersten 300 Seiten des Buchs die Geschichte der Morde niedergelegt. Nach und nach erfährt der Leser von den vorangegangenen Taten und von der Olivias Vergangenheit. Auf den letzten 100 Seiten geht dann ordentlich die Post ab: Unerwartete Wendungen machen den Endspurt zu einem furiosen Finale mit einem Ende, das dem Leser den Mund offen stehen lässt! Der Epilo ist dann im Rückblick noch ganz nett zu lesen, macht aber irgendwie den Effekt des genialen Schlusses kaputt.

Zugegeben: Typische Spannung kommt bei "Manisch" kaum vor, weil niemand akut bedroht wird. Und doch fesselt das Buch von Anfang bis Ende. Die Autorin hat ein tolles Mittelmaß gefunden, den Leser nicht mit zu vielen Details zu langweilen, aber noch genug Nebensächlichkeiten einzubauen, um es nicht zu schnell abzuhandeln. Wer sich für Psychologie interessiert, muss dieses Buch einfach lesen. Ein brillianter Thriller, der fasziniert!

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